Donnerstag, 2. Mai 2013

Eine alte Liebe

Nicht ganz freiwillig bin ich jüngst zu einer alten Liebe zurückgekehrt. Und was soll ich sagen - mich hat es wieder voll erwischt!!!
Deshalb gibt es heute einen sehr langen Post. Mit vielen vielen Bildern und einer kleinen Geschichte aus huschas Leben.
Und jetzt erzähle ich Euch, wie alles begann - heute wie damals...

Letztes Jahr hat meine Schwägerin eine wunderschöne Waldorfpuppe für meine Nichte zum Geburtstag genäht. Die Kinder besuchen den Waldorf-Kindergarten und da haben sich einige Mütter zusammengetan und zusammen Puppen genäht. Eine tolle Idee: sollte ich auch mal bei uns vorschlagen...
Aber irgendwie waren die Treffen vorbei, bevor die Puppen angezogen waren. Und irgendwie war dann auch die Motivation weg.
Mich ereilte damals ein Notanruf, ob ich die Lücke füllen könnte, aber leider hat es damals einfach nicht reingepasst. Die Puppe wurde also mit Kaufklamotten verschenkt und so blieb es dann auch erst mal.

Naja, bis nun eben wieder der Geburtstag anstand und wieder die Frage kam. Und ich eigentlich wieder keine Zeit (und wenn ich ganz ehrlich bin, auch gar keine Lust drauf) hatte. Aber trotzdem habe ich mich diesmal erweichen lassen und war sofort infiziert!

Mit einem Mal prasselten Kindheitserinnerungen auf mich ein. Weil so hat damals eigentlich alles begonnen.
Ich habe schon immer meine Puppen eingekleidet.
Angefangen hat es mit meinen Barbies. Da war ich wohl so 6 oder 7 Jahre alt. Damals habe ich mein Bücherregal ausgeräumt und begonnen, ihnen eine Wohnung zu bauen, mit allem, was ich gefunden habe. Papier, Holz, Knete. Und  als die Wohnung eingerichtet war, habe ich Kleider gemacht. Ja, geMACHT und nicht genäht. Aus Stoffresten meiner Mutter habe ich Kleider ausgeschnitten und mit Uhu zusammengeklebt. Ging auch!
Aber das war wohl der Moment, wo meine Mutter begonnen hat, mirdas Nähen beizubringen.

Später war ich dann im Monchichi-Fieber. Ich habe sie so was von geliebt, die Affen!
Für sie habe ich dann ein richtiges Haus nach meinen Entwürfen gebaut. Aus Holz. Zusammen mit meinem Papa. Das war klasse, das Ding und steht heute noch auf dem Speicher bei meinem Vater und wartet drauf, von meinen eigenen Kindern entdeckt zu werden!
Das Ganze wurde natürlich wieder eingerichtet. Diesmal mit schönen Möbeln, die ich ebenfalls mit meinem Vater aus Holz gebaut habe.
Und dann kamen wieder die Kleider - diesmal in echten Schränken und richtig genäht!

Ich war damals ein großer Oi*lily-Fan. Nur leider habe ich so gut wie nie etwas davon bekommen. Ganz manchmal ein Teil von meiner Oma. Aber eigentlich war es immer Wunsch und Phantasie. Ich bin dann immer los und habe mir die neuen Kataloge besorgt und die dann ganz gründlich studiert und davon geträumt und irgendwann habe ich begonnen, die Kleider für die Monchichis "nach"zunähen.
Oft habe ich dann das Logo ausgeschnitten und mit Folie verstärkt und auf die Kleider genäht, so dass wenigstens meine kleinen Schätze Oi*lily tragen durften!

Damals habe ich mich dann mit einem Mädchen in meiner Klasse angefreundet, deren Mutter Näherin war und die zu Hause ein Atelier hatte, ausgestattet mit mehreren Indusrienähmaschinen. Bei ihr habe ich dann das Nähen so richtig gelernt. Und meinen ersten Kontakt mit einer Overlockmaschine gehabt, von der ich dann viele Jahre geträumt habe!

Mit meinem neuen Wissen, habe dann Puppenkleider für meine Babypuppe genäht. Die ist so groß, dass sie gut Gr. 56 trägt. Das war also schon ein Vorgeschmack auf Babykleider nähen :-)
Für sie habe ich damals auch viel erfunden und einfach ohne Schnitt drauf losgenäht. Oft gar nicht mal schlecht! Ein Schlafanzug, für den ich einen Schlafanzug meines Vaters zerschnippelt habe, existiert noch heute.

Und dann kam eine laaaage Puppenkleiderpause. Ich weiß gar nicht warum. Irgendwie habe ich vergessen, dass das Spaß macht!!!
Und wirklich: ich musste mich richtig überwinden, diesmal anzufangen! Ich dachte, dass das fitzelige Kleine so überhaupt gar nichts für mich ist.
Tja, wie man sich täuschen kann...
Ich liebe es immer noch! Es geht blitzeschnell. Mal eben zwischendurch. Und man kann mal so richtig klotzen. Gleich eine ganze Kollektion nähen, was man so im echten Leben nicht mal so schnell auf die Beine stellen würde.
Ja, und das hab ich dann auch gemacht für die Puppe meiner Tochter. Die war immer etwas stiefmütterlich behandelt, weil sie keine richtigen Klamotten hatte. Ich sag's Euch: das ist jetzt anders...

Da wäre zum Beispiel dieses Kleidchen... Sommerlich zu nackten Beinen und nur mit Bolero-Jäckchen.


Taugt aber auch locker im Winter mit Shirt, Strumpfhose und Stiefeln.


Brrr... Im März war aber selbst das zu kalt... Also schnell noch ein warmes Mäntelchen drüber!


Und ein Mützchen auf den Kopf...


 Jetzt, bei diesem fantastischen Mai-Wetter reicht dann morgens schon ein Fellwestchen.


 Dazu einfach Shirt und Rüschencordhose.


Die Taschen sind hier allerdings nur Fake...


Ach ja: ist eigentlich jemand das Shirt bekannt vorgekommen?
Meine Tochter geht nämlich mit ihrer Puppe nun im Partnerlook.
Das Pferd ist einfach ein Foto der Stickerei vom Shirt meiner Tochter, das via Transferfolie auf das Puppenshirt gewandert ist...


Abends schnell in eine Bluse geschlüpft und schon ist die kleine Dame ausgehfein...



Manchmal darf es dann aber auch gerne mal sportlich sein. Mit kuscheligem Fleece-Kapuzenpulli und einer anständigen Jeans. Die Taschen hier sind diesmal alle echt.





Aber eigentlich trägt die junge Dame genau wie meine Tochter am liebsten Rock...
Dazu ein Shirt mit goldenem Folien-Eulchen...



Und so sieht's untendrunter aus:


 Also eine richtige kleine Kollektion...


Daraus mein absoluter Favorit sind diese Schuhe! Genäht aus echtem dünnen Leder mit Fellrand.


Und jetzt ratet mal: war meine Tochter zufrieden? Nein! Es fehlte noch eine Jogginghose und ein Schlafanzug... Ähhhmmm.... Naja.... Also gut!



Das Nachthemd musste genau eine Miniversion ihres Lieblingsnachthemdes sein, das ich vor bald 5 Jahren für sie genäht hatte und das einfach nicht aus dem Schrank wandern darf, aber eigentlich schon lange nicht mehr ans Kind passt...
Zum Glück gab es noch einen Stoffrest...
Die Applikation ist der kleine Stern aus unserem Lieblingskinder-Gute-Nacht-Buch "Jana und der kleine Stern".



Schnittmuster zum großen Teil von Bastel-Ela
Shirt, Body, Jogginghose: Freebook von klimperklein

Die Schnitte stammen zum großen Teil von Bastel-Elas super toller Puppen-Schnitt-CD, die aber leider zur Zeit nicht bei Dawanda verfügbar ist.
Body, Shirt und Jogginghose sind ein Freebook von Klimperklein.
Vieles von den Teilen habe ich aber dann einfach auf der Basis eines der Schittmuster nach Bedarf angepasst. Zum Beispiel das Nachthemd oder die Weste.
Die Müütze ist einfach drauflosgehäkelt.

Alles in allem stand die Kollektion in ca. 5 Tagen und das obwohl ich ein ohrkrankes Kind mit 40 Fieber zu Hause hatte. Wie gesagt, es ist wirklich eine Beschäftigung für zwischendurch. Also genau das, was ich zur Zeit brauche!

So, fertig...
Danke für's Durchhalten!

Viele liebe Grüße von
Hanna

Sonntag, 28. April 2013

Näh-Zeit

Am Wochenende hatten wir eine etwas unfreiwillige Pause von der Baustelle. Nicht, dass es nicht auch was zu tun gab, aber eben nix so richtiges...
Also haben wir uns einfach mal einen Tag gegönnt. Für meinen Mann hieß das mal wieder Zeit mit seinen Kindern und für mich mal wieder Zeit mit meinen Nähmaschinen. Und sie habe ich so richtig genutzt...
Für jede Menge Geschenke und auch das eine und andere einfach so zum Spaß.
Wie diese Sommerbluse aus Tochters Lieblingsstoff,der unbedingt endlich vernäht werden wollte...




Schnitt Bluse: Polka dot- Ranglanbluse aus der ottobre 1/2008

Die Bluse ist angezogen unheimlich niedlich. Ich mag ja so simple Schnitte sehr gerne. Die knalligen Farben sind an meiner Tochter für mich allerdings noch etwas ungewohnt. Sonst ist es ja oft eher hell, weiß, rosa...
Aber es steht ihr unheimlich gut! Neulich haben wir einen gelbe Jeans im Ausverkauf erstanden. Die hat sie heute dazu getragen und es hat an diesem trüben Tag einfach vieeel Sonne und Somerlaune gebracht.

So, ich muss noch eine Runde packen. Morgen kommt das Asbest vom Dach. Da verkrümel ich mich mal mit meinen Kindern...

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.
Liebe Grüße von
Hanna

Sonntag, 21. April 2013

Sommerlaune

Das schöne Wetter hat mir sehr in den Fingern gekitzelt und die Lust, endlich mal wieder was (für den Sommer) zu nähen, war schier unbändig...
Da kam es mir doch gerade recht, dass mich eine Freundin gebeten hat, für ihre 3 Grazien ein als Kleidchen abgewandeltes Philinchen für eine Hochzeit zu nähen.
So hatte ich gestern mal wieder einen guten Grund, kurz mal Baustelle Baustelle sein zu lassen und mir ein paar schöne Stunden in meinem (sehr dezimierten) Reich zu gönnen, um einen Prototyp zu testen.

Und ich finde, er kann sich sehen lassen!
Meine Tochter findet das übrigens auch...



Die Gummibänder an den Hals-, Arm- und Rückenauschnitten liegen in Tunneln aus Schrägband. Außerdem habe ich die Bindebänder, die eigentlich in den Nacken gehören, diesmal einfach V-förmig wie ein Träger am Rückenteil fixiert.
Ich finde es macht eine fantastische Rückenansicht!

Betont habe ich die Stelle noch mit einer großen Schleife, die auch vorne noch mal wiederholt wird.


Die Kleidlänge habe ich erreicht, indem ich einfach 2 weitere Bahnen mit 1,5-facher Länge an die Rüsche gesetzt habe. Ganz unten dann noch mal ein gedoppelter etwas stärker eingekräuselter Stoffstreifen.
Der Rock fällt so super luftig und vor allem DREHT er toll!


Und irgendwie scheint das ganze Kleid viel Bewegungsfreude zu bieten. Das Kind war kaum in Ruhe zu erwischen...




Naja gut... Irgendwann war sie dann doch müde...



So, hier habt Ihr nun noch ein paar Fotos zum genauer gucken. So ganz ohne Wirbelwind...






Ich gehöre die nächsten Tage nun wieder anderen Themen. Am Dienstag habe ich noch ein Bewerbungsgespräch. Das will auch noch ein ein bisschen vorbereitet sein.
Und dann hätten wir da ja noch eine klitzekleine Umbaumaßnahme. Da gibt's bald auch neue Fotos... Es ist viel passiert seither!

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.
Liebe Grüße von
Hanna

PS: Mein Philinchen-Ebook gibt's seit kurzem übrigens auch hier:


Das ist eine tolle Plattform und eine richtig gute Idee. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie es dort weitergeht...
Es lohnt sich auf alle Fälle dort mal reinzuschauen, sofern Ihr es nicht eh schon kennt...

Freitag, 12. April 2013

Für den Chefkoch

So, heute wenden wir uns nun aber wieder den fertigen un den schönen Dingen zu! So machmal brauche ich das einfach bei dem ganzen Chaos hier...
Da kam mir also das Bruchsaler Nähtreffen am Samstag wie gerufen! Für einen Tag habe ich mal wieder Spachtel gegen Nadel getauscht und nach Herzenslust nähen können!

Diesmal bin ich im Gegensatz zu den letzten Malen allerdings herrlich unvorbereitet aufgetaucht. Mein Mann meinte dazu nur: "Macht doch nix. Dann hast Du diesmal Zeit zu schwätzen!" Und recht hat er! Das letzte Mal hatte ich ja ziemlich Vollstress, um meine Tasche unter den Augen der Profis fertig zu bekommen...

Diesmal aber alles entspannt: mit satt essen und satt quatschen!

Und sogar mit Nähen!
An sich als Geschenk für einen kleinen Küchenchef gedacht, ist diese Kinderküchenausstattung entstanden. Allerdings hat mein eigener kleiner Chefkoch am Sonntag diese Pläne sofort durchkreuzt und sie für sich selbst beansprucht... Naja, solange wenigstens hier einer im Haus gerne in der Küche steht, soll es so sein!
Jetzt wird eben verdoppelt...


Das Set besteht aus Schürze, Bäckermütze, Topflappen, Kochhandschuh und Geschirrtuch. Und alles so gemacht, dass es auch für den "echten" Einsatz am Herd taugt.
So sind die Topflappen mit 2 Lagen Thermolan ausgestattet, Das Geschirrtuch aus Leinen, das es gut trocknet und die Schürze hat 2 Seiten: eine zum Abwischen oder Planschen aus beschichteter Baumwolle und eine zum Spielen mit großer Tasche.



Schnitt Schürze aus diesem Buch
Idee zu Bindebändern: Montessori-Schürze von hier

Die Schürze habe ich versucht nach einer Montessori-Anleitung zu nähen. Ich bin da kürzlich drüber gestolpert und fand die Idee mit dem Gummiband am Hals und dem Klettverschluss am Bindeband klasse, da mein Junior immer fragen muss, ob ich ihm die Schürze anziehen kann.
Leider finde ich die angegebenen Maße aber zu reichlich! Der Großen passt es eben so. Am Kleinen hält so nix. Bei der Nummer 2 nun also alles etwas kürzer.
Wer nachnähen mag, hier die Maße, von denen ich denke, dass sie gut sind:
Bauchband: 40 cm lang, davon ca. 15 cm mit Klett
Band für den Kopf: Stofftunnel mit 50 cm, darin ein Gummiband mit ca. 33-35 cm einnähen

Dazu natürlich die Bäckermütze. Die ist bei uns seit Jahren im Einsatz und sehr beliebt!


Schnitt Bäckermütze: Freebook von Husquana

Beim Nähtreffen kam die Frage auf, ob der gerade Teil unten proportional zu hoch sei. So nur als Mütze, war ich auch kurz verunsichert. Fertig angezogen ist es aber so perfekt!
Ich habe den unteren engen Teil gegenüber dem Schnitt etwas verkleinert: Kopfumfang: 54 cm und etwas weniger hoch. Der verwendete Stoffstreifen hatte bei mir: 110 x 22 cm.

Den Topflappen ziert, wie schon die Schürze, die supersüße Eule aus Marions/SiMas Paradies neuer Stickdatei. Die kam ja wie gerufen zu dem ausgesuchten Stoff!
Die Größe des Topflappens ist 16x16 cm.

Für den Handschuh bin ich im Netz auf diesen super Schnitt gestoßen.


Schnitt Kochhandschuh: Freebook von hier
Schnitt Topflappen: selbstgemacht

Zu guter Letzt noch das Geschirrtuch. Eine ziemliche Spielerei... Ich habe mich da mal mit dem Binding geübt, nachdem ich die Profis vor Ort hatte und es gefällt mir super so! Danke Marion und danke Marion :-)

Außerdem habe ich hier die Eule nach Marions Vorlage statt gestickt drauf appliziert, um eine schöne Rückseite zu bekommen. Wenn nun meine Nähmaschine beim Vernähen nicht so blöde Klümpchen gemacht hätte, wäre es auch echt geglückt!



Und aus der Ferne sieht man kaum einen Unterschied, oder?

So, bei uns kann gekocht werden. Und das mache ich jetzt auch...
Danach geht es dann mit der Verdopplung weiter :-)

Und das hier wandert natürlich noch auf die Made4Boys-Seite...

Liebe Grüße von
Hanna


Donnerstag, 11. April 2013

Das bisschen Baustelle...

Ich hatte es versprochen:
es gibt Baustellen-Fotos...

Allerdings nur vom Handy. Nicht, dass ich nicht anders geknipst hätte, aber irgendwie fehlt die Zeit und Lust, die blogfertig zu machen...

Also heute mal so richtig shabby. Aber das passt ja zum Inhalt...

So sieht es also in großen Teilen im Augenblick bei uns aus...








 Und draußen dann so...


Aber noch sind wir voller Elan und Euphorie und lassen uns auch bei immer doch wieder eintreffenden Rückschlägen nicht unterkriegen...
Nächste Woche wird dann der Rest im ersten Bauabschnitt abgerissen und dann kann es endlich losgehen mit schön machen!
Drückt die Daumen, dass alles klappt!

Und trotz der Baustelle habe ich letzte Woche tatsächlich richtig viel genäht. Ich war nämlich hier!
Das zeige ich Euch dann hoffentlich auch ganz bald.

Liebe Grüße von
Hanna